Neue Semljaki

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Zeitschrift «NEUE SEMLJAKI», № 11/2020
 
Für viele Landsleute bundesweit ist der Name Ewald Oster längst ein Begriff. Als Mitglied des Bundesvorstandes, Vorsitzender der Landesgruppe Bayern seit 2015, Vorstandsvorsitzender des Bayerischen Kulturzentrums der DaR in Bayern und in seiner Zuständigkeit als Kulturbeauftragter auf Bundes- und Landesebene ist er in all den Jahren viel unterwegs – bei Mitgliederversammlungen vielerorts, bei Kulturtagungen mit bundesweiter Resonanz oder bei Ausstellungseröffnungen mit grenzüberschreitender Bedeutung.
 
Ewald Oster, derzeit Landesvorsitzender der Landsmannschaft in Bayern und gleichzeitig seit Jahrzehnten Vorsitzender der Kreis- und Ortsgruppe Schweinfurt ist, engagiert sich seit über 40 Jahren bei der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Im Dezember 1977 wanderte er mit seiner Familie nach Deutschland aus. Die erste Station war Friedland, danach Nürnberg und anschließend die unterfränkische Bad Neustadt, wo er sich 1978 niederließ.
An seiner Seite stets die Ehefrau Barbara und viele andere Aktive, die durch ihren unermüdlichen Einsatz die Landsmannschaft attraktiv machen. Er hat den Ortsverband durch sein organisatorisches und musikalisches Talent sowie sein politisches Engagement mitgeprägt. 2008, 2014 und 2020 kandidierte Oster auf der „Schweinfurter Liste“ und zuletzt der Freien Wähler für den Stadtrat. 2009 wurde Ewald Oster in den Bundesvorstand gewählt und bei der Delegiertenversammlung 2013 bestätigt, 2017 erneut in den Bundesvorstand gewählt. Auch im Landesvorstand, den er seit 2015 leitet, engagiert sich Oster ebenfalls seit Jahren. Seit 2018 ist Ewald Oster Vorstandsvorsitzender des Trägervereins des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR) und Gründer des BKDR-Orchesters.
Der Bundesvorstand der Landsmannschaft und der Landesvorstand Bayern gratulieren Ewald Oster zu seinem 70. Geburtstag und bedanken sich ganz herzlich für die Mitwirkung in den landsmannschaftlichen Gremien auf Bundes- und Landesebene.
 
 
Herzliche Grüße zum 70. Geburtstag! Sie haben das siebte Lebensjahrzehnt erreicht – darauf können Sie, lieber Herr Oster, mächtig stolz sein. Sie haben schon vieles im Leben erreicht – wir wünschen Ihnen auch weiterhin, dass Ihnen alle Vorhaben gelingen mögen. Wir wünschen Ihnen Gesundheit und ein langes Leben, mögen Ihnen Ihre Fröhlichkeit und Musiktalent immer erhalten bleiben.
Redaktion der Zeitschrift „Neue Semljaki“
 
 
„Ich kann mir mein Leben ohne Musik nicht vorstellen“
 
Die Trompete ruft
Kaum waren Blasmusikklänge aus dem naheliegenden Park zu hören, zerrte der kleine Ewald seine Großmutter Luise hartnäckig zur Tanzfläche in der schönen Grünanlage, wo fröhliche Tanzpaare bereits im schwungvollen Walzer drehten. Bei der Musik der Blaskapelle, die abends zum Tanz aufspielte, konnte er alles um sich vergessen. Die Blasinstrumente, etwa Trompete, Saxophon, Oboe oder Klarinette, die in der Abendsonne wie Feuervögel brannten, faszinierten ihn ganz besonders. Ein Blasinstrument ebenso meisterhaft spielen zu können, dieser Traum erschien Ewald lange Zeit unerfüllbar.
Dennoch konnte er sein musikalisches Talent durch Zielstrebigkeit, Ehrgeiz, Leidenschaft und unbeirrbare Hartnäckigkeit immer mehr entwickeln. Sein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen, er ist Musiker geworden. Er durfte auf der Bühne stehen, alles um sich vergessen und die Zuhörer in die wundervolle Welt der Blasmusik entführen – ein Gefühl wie damals in der fernen Kindheit, wo er neben seiner Großmutter den zauberhaften Blasmusikklängen lauschte.
 
Willkommen in Deutschland!
Ewald Oster, der sich in bayerisches Schweinfurt niederließ, fand ganz schnell den Anschluss an die deutsche Musikszene vor Ort und konnte sich als Musiker bestätigen. Schon bald wurde er eingeladen, in Blasorchestern zu spielen.
Zuerst war Oster Dirigent der Blaskapelle TG Schweinfurt und durfte 1980 den damaligen Kanzlerkandidaten Franz Josef Strauß auf dem Schweinfurter Marktplatz mit dem Bayerischen Defiliermarsch empfangen. Außerdem gründete Oster in den 1990er Jahren sein eigenes Quartett/Quintett „Ewald-Oster-Swing-Combo“, dass viel und erfolgreich im Rundfunk der Stadt Schweinfurt spielte.
Als Mitglied des Ensembles „Struwwelpeter Sextett“ trat er mit namhaften deutschen Musikern auf und machte mehrere Auslandstourneen. 1992 ging er zusammen mit „Elmus-Express“ nach Kalifornien/USA auf Spielreise, 1999 trat er gemeinsam mit der Blaskapelle „Rhön-Beatles“ in Florida auf, 2009 war er wiederholt auf Tour in Kalifornien. Und 2012 spielte Oster mit den „Lustigen Egerländern“ auf Teneriffa, einer der Kanarischen Inseln. Auch Auftritte in Ungarn (mit „Green & Blue“) und Holland (mit der Blaskapelle Obertheres, Kreis Schweinfurt) sind in guter Erinnerung.
 
Die Wurzeln im Rheinland − Pfalz und bei Odessa
Die Vorfahren von Ewald Oster kamen nach seinen neusten Recherchen der Ahnenforschung aus dem Rheinland − Pfalz (Raum Zweibrücken). Der erste Oster − Jakob ist aus Zweibrücken über Ungarn 1721 in das Gebiet Odessa in die Ukraine eingereist.
„Mein Großvater, Christian Oster, wuchs in einer Bauernfamilie mit acht Brüdern auf. Rund um das Jahr war er in der Kolchose mit Feldarbeit beschäftigt. Während der Entkulakisierung wurden sechs seiner Brüder inhaftiert und erschossen – nur weil sie sich einen bescheidenen Wohlstand erarbeitet hatten. Die Großmutter Luisa, geborene Bröckel, war eine für die damalige Zeit gebildete und musikalische Frau – von ihr habe ich wohl meine Liebe zur Musik.
Im Zweiten Weltkrieg gerieten sie unter die deutsche Besatzung. 1944 war die Wehrmacht auf dem Rückzug, zusammen mit anderen Schwarzmeerdeutschen gelangten auch meine Großeltern zuerst bis Warthegau in Polen, wo sie eingebürgert wurden, und danach bis nach Berlin. Von hier aus wurden sie 1945, jetzt schon unter dem Druck der Roten Armee, in die Sowjetunion „repatriiert“. In Viehwaggons ging es Richtung Osten – unsere Eltern landeten in der Sondersiedlung in den Gebieten Kostroma und Wologda.
Ich selbst wurde am 30. Oktober 1950 im Gebiet Kostroma (Rayon Manturowo) geboren. Die Familie bestand aus fünf Personen: Großeltern, Tante Luise und ich mit meiner Mutter Katharina. Zu Hause wurde deutsch gesprochen.
Onkel Christian hatte seine eigene Familie, und Onkel Adolf war im Krieg verschollen. Er wurde noch in der besetzten Ukraine mit knapp 16 Jahren in die Wehrmacht eingezogen. Die Großmutter konnte ihn erst 1958 über das Deutsche Rote Kreuz und den sowjetischen Suchdienst ausfindig machen. Er besuchte uns schon in der Sowchose in Usbekistan und schenkte mir meinen ersten Bajan,“ − erzählt Ewald Oster.
 
− Herr Oster, wie begann Ihre musikalische Laufbahn in der alten Heimat?
 
− 1962 kam ich für zwei Jahre in ein Internat in der Stadt Tschirtschik, wo ich meine ersten musikalischen Erfahrungen in einem Schul-Blasorchester sammelte, das von einem Militärmusiker geleitet wurde. Aus der Sicht des Leiters war ich talentiert, deswegen schlug er vor, mich als Schüler für das Orchester der Panzer-Kommandeursfachschule in Taschkent zu bewerben. Dort absolvierte ich ab 1964 eine musikalische Ausbildung im Fach „Trompete“. Als ich mit 18 Jahren zum Armeedienst einberufen wurde, kam ich in eines der Orchester des Militärbezirks, wo ich insgesamt sechs Jahre diente.
Nach der Entlassung 1974 aus der Armee arbeitete ich als künstlerischer Leiter und Dirigent von Blasorchestern. Zwei Jahre später wurde ich als Trompeter in das Big-Band Orchester „Musik-Chol“ der Philharmonie „Usbekkonzert“ eingestellt, mit dem ich 1976 auf Tour ging. Die Gründer und Leiter des Ensembles waren der herausragende usbekische Sänger des 20. Jh. Batyr Sakirow und seine Schwester Luisa.
 
− Welche Eindrücke hatten Sie von den Gastspielreisen in den USA?
 
− Die Amerikaner sind sehr musikalisch. In den USA ist die bayerische Musik beliebt, dort wird sie zärtlich Humpapa-Musik (enthält heute teilweise Elemente aus Polka, Punk oder Rock; ursprünglich eine finnische Variante des Foxtrotts. − Red.) bezeichnet. Populär sind Musikstücke wie die Polka „Rosamunde“ oder der „Ententanz“ (Chicken Dance). Des Weiteren hört man gern Swing, Unterhaltungsmusik (Schlager), Rock ‚n‘ Roll und Country-Musik.
 
− Was bedeutet für Sie ein Musiker zu sein? Was inspiriert Sie als Musiker?
 
− Ich kann mir mein Leben ohne Musik nicht vorstellen. Dafür bin dem Schicksal sehr dankbar, obwohl Musik machen ein emsiger, knochenharter Job ist. Aber wenn man dann auf der Bühne steht, dem Instrument die schönsten Klänge entlockt und das Publikum dafür begeistern kann, dann tritt das beglückende Gefühl ein, dass die Mühe sich gelohnt hat. Wenn ich musiziere, gehe ich in der Musik auf – mich fasziniert die Melodie, die Art, wie sie gespielt wird, das Instrument und seine Möglichkeiten, und ob ich mit meinen Fähigkeiten bei einem schwierigen Musikstück an meinen Grenzen stoße.
Oft spiele ich einfach so, weil mir danach ist, weil ich in der Stimmung bin – Trompete, Keyboard oder Knopfakkordeon sind dann die Instrumente. Wenn ich gerade in der nostalgischen Stimmung bin, dann schreibe ich auch Texte auf meine Musik.
 
− Wie geht es Ihrer Familie? Haben sich alle im Land der Vorfahren wiedergefunden?
 
− Mit meiner Ehefrau Barbara bin ich 49 Jahre verheiratet. Nächstes Jahr so Gott will feiern wir unser 50-jähriges Jubiläum, Gold. Meine selbstverfassten Lieder „Cafe“, „Erinnerung“ oder „О, Barbara, ich liebe dich!“ sind Zeichen der tiefsten Anerkennung und Liebe zugleich.
In der alten Heimat hatte sie die Staatliche Pädagogische Fremdsprachenhochschule in Taschkent absolviert. Hier wollte sie ihr Diplom nicht anerkennen lassen, weil sonst ein Nachstudium erforderlich wäre. Sie arbeitete bis zum Rentenalter im Labor einer großen Firma und kümmerte sich um die Familie. Auch ich arbeitete seit 1979 fast 20 Jahre bei der Firma FAG (heute Schäflein AG) in der Logistikabteilung.
Unsere Tochter Nelli hat zwei Kinder, Pascal (24) und Celine (17). Die Tochter zeigt Interesse für die Geschichte der Volksgruppe und sie weiß, dass unsere Vorfahren deutsche Wurzeln haben so wie auch die Eltern. Auch die Enkelin ist seit neustem an der Geschichte der DaR bzw. uns den Großeltern interessiert. Pascal auch zeigt großes Interesse für die Geschichte und das Leben in der alten Heimat seiner Großeltern.
Nadja Runde
Deutsch von Nina Paulsen
 
Fotos:
Ewald und Barbara Oster mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und seiner Gattin Karin Baumüller-Söder zum Neujahresempfang 2019
Ewald Oster am Knopfakkordeon – singt ein selbstverfasstes Lied bei der Kulturtagung der Landesgruppe Bayern in Nördlingen
Ewald Oster an der Trompete – bei der überregionalen Kulturtagung in Regensburg
Band «Struwwelpeter Sextett», Los Angeles in Kalifornien (USA), 2009
«Ewald Oster Swing Combo»
 
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